Ablauf der MRgFUS-Behandlung

Schritt 1 – Voruntersuchung

Nachdem Ihr persönlicher Frauenarzt ein Myom durch Ultraschall diagnostiziert hat und feststellt, dass dieses am ehesten die Ursache für auftretende Beschwerden ist, ist eine MRT-Untersuchung des Beckens in unserem FUS-Center oder beim heimatnahen Radiologen erforderlich. Nach der Prüfung der technischen Machbarkeit durch die MRT-Aufnahmen erfolgt ein persönliches Beratungs- und Aufklärungsgespräch durch den FUS-Spezialisten in unserem Zentrum oder telefonisch, falls Sie einen weiten Anreiseweg haben.

Schritt 2 – Kostenübernahme und Terminvereinbarung

Sofern Sie für die Behandlung geeignet sind, erhalten Sie von uns einen Antrag auf Kostenübernahme zur Vorlage bei Ihrer Krankenkasse. Sobald die schriftliche Kostenzusage vorliegt, erhalten Sie über unser Patientenmanagement einen Termin zur MRgFUS-Behandlung. Eine schriftliche Terminbestätigung mit allen Informationen zur Behandlung wird Ihnen zugeschickt.

Schritt 3 – Behandlungstag

Zur ambulanten Behandlung kommen die Patientinnen zum vereinbarten Termin in unser FUS-Center Dachau. Wir bieten täglich Termine an mit Anreise gegen 8 Uhr und 12 Uhr.

Zuhause ein leichtes Frühstück einnehmen, Rasur der Härchen am Unterbauch ohne eincremen, Fahrt nach Dachau ins FUS-Center.

Nach der Anmeldung im Sekretariat erfolgt ein ausführliches Gespräch mit Demonstration der MRT-Bilder, den Ablauf der Behandlung und des Aufklärungsbogens.

Die Patientin wird in den Behandlungsvorraum gebracht, dort kann sie sich in der Kabine umziehen (Flügelhemdchen von der Klinik). Ein intravenöser Zugang wird gelegt. Dieser ist notwendig, um nach Bedarf Schmerz- und Beruhigungsmittel verabreichen zu können. Zusätzlich benötigen wir einen Harnblasenkatheter, um die Füllmenge der Harnblase während der Behandlung kontrollieren zu können. Beides wird von der Arzthelferin gelegt. Es erfolgt noch ein kurzes Gespräch mit dem behandelnden Arzt für letzte Fragen.

Anschließend wird die Patientin im MRT wie bei der Voruntersuchung auf einer gepolsterten Liege mit eingebautem Ultraschallgerät möglichst bequem positioniert (Kissen und Decken sind vorhanden). Die Patientin liegt mit dem Kopf nach draußen und kann durch eine Glasscheibe während der Behandlung das Personal sehen und sich über einen Alarmball bzw Stopknopf in der Hand bemerkbar machen. Mit dem Stopknopf kann jederzeit die Schallabgabe unterbrochen werden. Es werden nochmals Bilder von den Beckenorganen gemacht um die aktuelle Lage der Myome zu beurteilen. Anhand dieser Aufnahmen erfolgt die optimale Lagerung der Patientin mit leichter Fixierung. Die Planung der Uterus-Myom-Behandlung wird anhand der Bilder im Computer erstellt, die Patientin liegt weiterhin ruhig im Gerät. Ein leichtes Beruhigungs- und Schmerzmittel sorgt dafür, dass die Patientin nur wenig von der Behandlung mitbekommt und der Behandlungszeitraum dadurch deutlich kürzer erscheint. Alle eingezeichneten Punkte im Myom werden nacheinander über einen Zeitraum von ca. 2-3 Stunden erhitzt. Der Puls wird über einen Monitor kontrolliert und die Temperaturentwicklung an Haut und im Körper wird bei jeder Ultraschallabgabe angezeigt und kontrolliert.

Nach der letzten Schallabgabe wird ein Abschluß-MRT mit Kontrastmittel gefahren. Dies zeigt, welche Bereiche des Myoms nun nicht mehr durchblutet sind und wie viel Prozent des Uterus-Myoms behandelt wurde. Das Areal, bzw. Volumen, welches nicht mehr durchblutet ist, nennt man "Non Perfused Volume" (NPV). Mehrere internationale Publikationen beschreiben ein NPV von über 60 Prozent als gutes Behandlungsergebnis. Anhand unserer umfassenden Erfahrung hat sich gezeigt, dass ein NPV von über 80 Prozent notwendig ist, um das Rezidivrisiko im Vergleich zu einer Myomektomie zu reduzieren. Siehe dazu unsere Publikation:
Magnetic Resonance Imaging-Guided Focused Ultrasound Treatment of Symptomatic Uterine Fibroids: Impact of Technology Advancement on Ablation.

Die Patientin kann sich nach der Behandlung ins Krankenhausbett zurücklegen, es wird noch eine Infusion mit Glucoselösung angeschlossen. Der behandelnde Arzt bespricht mit der Patientin das Behandlungsergebnis und zeigt die Bilder. Anschließend wird die Patientin auf Station gebracht, dort soll sie sich noch 1 bis 2 Stunden ausruhen. Dort wird auch von der Stationsschwester der Blasenkatheter und der venöse Zugang entfernt. Sie kann dann in Begleitung das Krankenhaus verlassen (an diesem Tag besteht Fahruntauglichkeit aufgrund der Medikamente). Für Patientinnen mit weiter Heimreise oder ohne Begleitung bieten wir selbstverständlich eine kostenfreie Übernachtungsmöglichkeit in unserer Klinik an.

Die Patientin erhält einen Behandlungsbericht und eine CD mit den MRT-Aufnahmen in den nächsten Tagen mit der Post zugeschickt.

Schritt 4 – Kontrolluntersuchung

Das behandelte Myomgewebe wird über einen Zeitraum von mehreren Monaten vom körpereigenen Immunsystem teilweise oder ganz abgebaut. Die myombedingten Beschwerden gehen zurück oder verschwinden nach und nach ganz. Wir empfehlen 6 Monate nach der Behandlung beim heimatnahen Radiologen oder in unserem FUS-Center eine MRT-Kontrolluntersuchung durchführen zu lassen. Weitere Untersuchungen sind nicht notwendig.

Fallbeispiel

Fallbeispiel einer 47jährigen Patientin mit mehreren Myomknoten bis zu einem Größendurchmesser von 5 cm.

vor Therapie
MRT-Bilder vor der Behandlung
Unmittelbar nach Therapie
MRT-Bilder direkt nach der Gabe von Kontrastmittel. Die behandelten Myome sind nicht mehr durchblutet, nehmen deshalb kein Kontrastmittel mehr auf und bleiben auf den Bildern schwarz.
6 Monate nach Therapie
MRT-Bilder 11 Monate nach der MRgFUS-Behandlung. Die Myome sind nicht mehr nachweisbar oder deutlich geschrumpft. Die Patientin war 3 Monate nach der Behandlung komplett beschwerdefrei.