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Neue Therapie bei Myomen und Prostatavergrößerung - Verödung statt Operation

SWR | 25.1.2017 | 20.15 Uhr | 44:44 min
Beitrag: 23:33 bis 34:14

13.10.2015 - Großes Weichteil-Sarkom europaweit erstmals erfolgreich mit MRgFUS am Klinikum Dachau behandelt
Oktober 2015 - Neueste Therapiesoftware für die Kombi-Therapie von Knochenmetastasen und Weichteiltumoren
zum 1. Mal weltweit im klinischen Einsatz am FUS-Center Dachau
Das FUS-Center am Klinikum Dachau publizierte 2015 eine große retrospektive Studie unter Einschluss von 252 therapierten Patientinnen. Diese Publikation ist eine der größten Einzel-Center-Publikationen in Bezug auf die Fallzahl und stellt mit den Studienergebnissen die momentan besten weltweit verfügbaren Daten zu dieser Therapieform bereit. Die Publikation erfolgte in der Zeitschrift "European Radiology", welche in Europa die derzeit einflussreichste wissenschaftliche Zeitschrift der Radiologie darstellt.
Seit 01.04.2014 übernimmt jetzt auch die Barmer GEK die Kosten für die Behandlung von Gebärmuttermyomen mit MRgFUS bei uns am FUS-Center Dachau.
Das FUS-Center am Klinikum Dachau freut sich über die Behandlung von mehr als 1.000 Patientinnen. Von weltweit etwa 10.000 Behandlungen mit MRgFUS deckt das FUS-Center Dachau somit ca. 10% aller weltweit durchgeführten Behandlungen ab und ist damit eines der erfahrensten Zentren.
Am Klinikum Dachau wird seit Juni 2013 die Behandlung von Knochenmetastasen mit fokussiertem Ultraschall unter MRT-Kontrolle ("MRgFUS) durchgeführt. Durch gezielte Ultraschallimpulse wird der Knochen mit und um die Metastase erhitzt, was zu einem Abbau des Tumorweichgewebes und der Metastase führt. Die Behandlung erfolgt im MRT, so dass der Verlauf kontinuierlich und in Echtzeit überprüft werden kann.

Durch den erfolgreichen "Hitzetod" der Metastasen können die Schmerzen dauerhaft erheblich gelindert werden, in einigen Fällen verschwinden sie ganz. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass die Patienten mit geringeren Mengen an den zur Schmerzbekämpfung eingesetzten Analgetika auskommen – und nicht mehr unter den damit verbundenen Nebenwirkungen leiden müssen.

Bisher werden Knochenmetastasen vor allem mit Bestrahlungen behandelt. Doch rund 30 Prozent der Patienten sprechen darauf nicht an, sie leiden weiter an starken Schmerzen. Diese Patienten können besonders vom fokussierten Ultraschall profitieren. Lediglich Metastasen an der Wirbelsäule und im Gehirn können damit nicht behandelt werden.

Das in Dachau eingesetzte MRgFUS-System erhielt die CE-Zulassung zur palliativen Behandlung schmerzhafter Knochenmetastasen.
Matthias Matzko, Chefarzt der Radiologie am Klinikum Dachau, ist etwas aufgekratzt: "Sie haben schon gehört, dass ich Vater geworden bin?" Am 10. Februar kam die kleine Sophie in der Amperklinik zur Welt, 52 Zentimeter groß und 3900 Gramm schwer. Matzko ist nicht im biologischen Sinne der Vater, aber stolz ist er zu Recht: Denn ohne ihn gäbe es Sophie nicht.

Ein Tumor in der Gebärmutter hatte jahrelang eine Schwangerschaft der 31-jährigen Martina K. verhindert. Vor eineinhalb Jahren zerstörte der Radiologe den Tumor mit fokussiertem Ultraschall (FUS), einer medizinischen Technologie, in der das kleine Klinikum Dachau europaweit führend ist. Und jetzt ist Sophie da, das erste "FUS-Baby" in Dachau. "Darauf mussten wir natürlich anstoßen!" Blumen für die 31-jährige Mama aus Fürstenfeldbruck gab's natürlich auch.

Drei Jahre nach der Gründung des "MRgFUS-Centers":


Über 400 Patientinnen erfolgreich behandelt/Krankenkassen übernehmen nur am Klinikum Dachau Behandlungskosten/deutschlandweit einzigartiges System "ExAblate ONE" mit besonders guten Behandlungsergebnissen

Vor drei Jahren wurde am Klinikum Dachau als einer der ersten Kliniken in Deutschland ein "MRgFUS-Center" zur Behandlung von Gebärmuttermyomen mit fokussiertem Ultraschall (MRgFUS) etabliert. Seitdem hat Dr. Matthias Matzko, Chefarzt der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie, über 400 Patientinnen behandelt – und gilt damit als der Arzt mit der größten Erfahrung in der Anwendung dieser Methode in Europa. Die guten Behandlungsergebnisse haben dazu geführt, dass die Kosten am Klinikum Dachau von zwei großen Krankenkassen (AOK und TK) übernommen werden. Mittlerweile steht am Klinikum Dachau eine Weiterentwicklung der Technik zur Verfügung, das "ExAblate ONE", das für die Behandlung von Frauen mit Kinderwunsch und zur Behandlung der Adenomyose zugelassen ist. Die Behandlung des erkrankten Gewebes erfolgt mit der Hälfte der bisher nötigen Hautenergiedosis und verdoppelter Schallenergieeffizienz. Damit ist die Myomtherapie mit einer besonders geringen Rezidivrate (d.h. Wiederauftreten von Myomen) möglich und kann auch bei Frauen zum Einsatz kommen, die bisher nicht mit fokussiertem Ultraschall behandelt werden konnten. "MRgFUS ist ein großer Gewinn für die Myomtherapie und besonders attraktiv für junge Frauen, die sich zum Beispiel wegen eines bestehenden Kinderwunsches nicht operieren lassen möchten", so Matzko.

Uterusmyome, gutartige Tumore der Gebärmutter, sind nach wie vor die häufigste Tumorerkrankung, die insbesondere junge Frauen betrifft: Etwa 15 bis 20 Prozent aller Frauen zwischen 35 und 55 Jahren haben ein Myom. Myome können starke Blutungen und Unterleibsschmerzen auslösen und sind in vielen Fällen die Ursache für unerfüllten Kinderwunsch.
Rund 100.000 Patientinnen müssen in Deutschland jedes Jahr aufgrund von Uterusmyomen stationär behandelt werden. In der Regel stehen dabei die operativen Verfahren im Vordergrund. Doch die Frauen wünschen zunehmend den Einsatz schonender Therapien und – insbesondere bei bestehendem Kinderwunsch – eine Myombehandlung, bei der die Gebärmutter erhalten bleibt.
Diese Möglichkeit bietet der fokussierte Ultraschall. Das Myom wird unter Einsatz von hochenergetischen, gebündelten Ultraschallwellen zerstört. Die Behandlung findet unter Echtzeit-Kernspin (MR)-Kontrolle statt, so dass Fortschritt und Behandlungserfolg direkt kontrollierbar sind. Dreieinhalb bis vier Stunden dauert eine MRgFUS-Behandlung, während der die Patientin in Bauchlage im MR liegt. Um das lange Liegen zu erleichtern, erhält sie ein Schmerz- und Beruhigungsmittel. Nebenwirkungen treten kaum auf. "Die Patientinnen können in der Regel kurz nach der Behandlung wieder nach Hause gehen, ein Krankenhausaufenthalt ist nicht nötig", fasst Matzko zusammen.
400 Patientinnen hat Matzko bereits mit dem MRgFUS behandelt. Er gilt damit als der Arzt, der die größte Erfahrung mit dem Einsatz der innovativen Methode in ganz Europa hat. Die Behandlungsergebnisse sind sehr gut, weshalb die AOK und die TK die Kosten übernehmen – bisher nur am Klinikum Dachau. Seit November 2010 steht dem Radiologen eine technische Weiterentwicklung des MRgFUS zur Verfügung, bei der die Hautenergiedosis halbiert wird – und die es ebenfalls nur am Klinikum in Dachau gibt. "Das "ExAblate ONE" bietet für die Patientinnen noch einmal deutliche Vorteile", betont Matzko. Durch die höhere Effizienz ermöglicht es auch die Behandlung größerer Myome: "Wir können jetzt Myome bis zu einem Durchmesser von zehn bis zwölf Zentimetern behandeln", so Matzko. Durch die niedrigere benötigte Schallenergie ist zudem eine der möglichen Nebenwirkungen – die Verbrennung von Haut oder Fettgewebe – deutlich seltener. Deshalb können auch Patientinnen mit bestehenden Narben im Bauchraum (wie zum Beispiel Kaiserschnittnarben) therapiert werden – da das Narbengewebe sehr empfindlich ist, war für diese Frauen bisher eine MRgFUS-Behandlung nicht möglich.
Besonders viel versprechend sind die langfristigen Ergebnisse der Behandlung. Bei einer operativen laparoskopischen Myomentfernung geht man von einer Rezidivrate von rund zehn Prozent nach einem Jahr aus. "Mit dem bisherigen MRgFUS-System haben wir etwa die selbe Rezidivrate, etwa sechs bis zehn Prozent, beobachtet", so Matzko, "mit dem neuen System liegen wir wahrscheinlich darunter." Die genauen Ergebnisse werden derzeit im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie ausgewertet. Auch andere Anwendungen für den fokussierten Ultraschall sind denkbar. Etabliert ist am Klinikum Dachau bereits die Behandlung der "Adenomyosis", einer Sonderform der Endometriose. Auch hier können durch den fokussierten Ultraschall die Schleimhautwucherungen bei Erhalt der Gebärmutter entfernt werden. Doch die Anwendung des MRgFUS ist nicht auf die Frauenheilkunde beschränkt: "Die Behandlung von Knochentumoren und –metastasen mit dem MRgFUS könnte in absehbarer Zeit möglich sein", so Matzko. Der Radiologe ist von der Leistungsfähigkeit des fokussierten Ultraschalls überzeugt: "Gerade auch für Frauen mit Kinderwunsch ist dieses Verfahren attraktiv, da die Gebärmutterwand nicht verletzt wird und Risiken in Bezug auf eine Schädigung der Gebärmutter während der Schwangerschaft deutlich reduziert werden."
Das FUS-Center am Klinikum Dachau gilt weltweit als Vorreiter für die Ultraschallbehandlungen von Myomen. Mit dem ExAblate One führt das Klinikum nun die neueste Generation dieses viel versprechenden nicht-operativen Verfahrens ein. Über 400 Patientinnen hat Dr. Matthias Matzko bereits mit fokussiertem Ultraschall (MRgFUS) behandelt. Er gehört damit zu den Ärzten mit der weltweit größten Erfahrung mit dieser innovativen Methode.

Das im November 2010 eingeführte ExAblate One, bei dem die Hautenergiedosis halbiert wird und noch bessere Behandlungsergebnisse erzielt werden können, ist eine technische Weiterentwicklung der MRgFUS-Technologie. Es können nun Myome bis zu einem Durchmesser von zehn bis zwölf Zentimetern behandelt werden. Durch eine verbesserte Energieverteilung ist zudem eine der möglichen Nebenwirkungen – die Verbrennung von Haut oder Fettgewebe –deutlich seltener. Deshalb können auch Patientinnen mit bestehenden Narben im Bauchraum, wie zum Beispiel Kaiserschnittnarben, therapiert werden. Für eine effizientere Behandlungsplanung und um optimale Ergebnisse zu erzielen, wurde beim ExAblate One das komplette Planungsinterface überarbeitet. Der eigentliche Clou des Systems ist jedoch die verbesserte Energieeffizienz, die es ermöglicht, das Energieniveau auf der Haut niedrig zu halten und damit ein Plus an Energie in die Tiefe, also in das zu behandelnde Gewebe abzugeben.

Dank der neuen Technik ist es nun auch möglich, Frauen mit stärker durchbluteten Myomen zu behandeln. Dies galt vorher als Ausschlusskriterium, da eine stärkere Durchblutung zu einer schlechteren Energieabsorption führt. Besonders viel versprechend sind die langfristigen Ergebnisse der Behandlung. Bei einer operativen laparoskopischen Myomentfernung liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Myome wieder auftreten, nach einem Jahr bei rund zehn Prozent. Mit dem bisherigen MRgFUS-System ExAblate 2000 wurden etwa vergleichbare Rezidivraten von ca. sechs bis zehn Prozent beobachtet. Mit dem neuen System liegt das Rezidivrisiko wahrscheinlich darunter, da jetzt noch höhere Ablationsvolumina von über 80 Prozent im Vergleich zur Vorgängerversion erzielt werden und dies auf einen verbesserten Langzeiterfolg schließen lässt.

Gemeinsame Pressemitteilung der AOK Bayern und der AmperKliniken AG


Das Klinikum Dachau gehört zu den wenigen Kliniken in Deutschland, die die Entfernung von Gebärmuttermyomen mit gebündelten Ultraschallwellen ("MRgFUS") anbieten. Die Kosten dafür übernimmt ab sofort die AOK Bayern. "Damit machen wir unseren Versicherten eine innovative Behandlungsmethode zugänglich, die aus unserer Sicht nicht nur die Versorgung verbessert, sondern sogar die Lebensplanung entscheidend beeinflussen kann", so Dr. Helmut Platzer, Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern. "Wir freuen uns sehr, dass damit noch mehr Patientinnen von MRgFUS profitieren können", so Dr. Matthias Matzko, Chefarzt der Abteilung für diagnostische und interventionelle Radiologie am Klinikum Dachau, der die Behandlungen mit seinen Mitarbeitern durchführt.

Gebärmuttermyome zählen zu den häufigsten gutartigen Tumorerkrankungen und betreffen insbesondere junge Frauen: Etwa 20 bis 40 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter haben Myome. Oft sind sie auch der Grund für unerfüllten Kinderwunsch. "Behandeln muss man Myome erst, wenn sie Beschwerden verursachen oder eine Schwangerschaft behindern könnten", so Professor Dr. Gerlinde Debus, Chefärztin der Frauenklinik am Klinikum Dachau. Bisher werden die Frauen zu diesem Zweck vornehmlich operiert: "Wir können meistens die Myome ,herausschälen', wenn sie jedoch sehr ungünstig sitzen, kann es gelegentlich nötig werden, die Gebärmutter zu entfernen", so Debus.

Am Klinikum Dachau gibt es seit 2008 zusätzlich die Möglichkeit, Myome mit dem fokussierten Ultraschall ("MRgFUS", MR-guided focused Ultrasound) zu entfernen. Das Myom wird durch die gezielte Bündelung von Ultraschallwellen punktgenau erhitzt, das Gewebe stirbt ab. Dabei bleibt das benachbarte Gewebe unverletzt. Die Behandlung erfolgt im MRT (Kernspintomografen), das heißt unter ständiger schnittbilddiagnostischer Kontrolle. Die Patientinnen erhalten lediglich ein leichtes Beruhigungs- und Schmerzmittel und können ein paar Stunden nach der Behandlung wieder nach Hause gehen. "Wir haben hervorragende Behandlungsergebnisse", so Matzko, "Patientinnen aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland kommen zu uns, um sich behandeln zu lassen." Allerdings müsse für jede Frau individuell geklärt werden, ob sie mit MRgFUS behandelt werden kann: "Das ist abhängig von der Lage und Größe der Myome", erläutert Debus.
Ab sofort steht die unblutige Entfernung von Gebärmuttermyomen mit fokussiertem Ultraschall einer noch größeren Anzahl von Patientinnen zur Verfügung: Wegen der großen Nachfrage hat das Klinikum Dachau seine Kapazitäten erweitert und im März das neue FUS-Zentrum in Betrieb genommen. Damit können nun zwei bis drei Patientinnen täglich therapiert werden.
Das Klinikum Dachau ist einer von vier Standorten in Deutschland, der diese schonende Alternative zur Operation anbietet. Als erstes FUS-Zentrum hat es für die Behandlung jetzt einen Versorgungsvertrag mit der Techniker Krankenkasse (TK) geschlossen. Diese übernimmt ab sofort die Kosten für dieses innovative Verfahren.
Rund 1,3 Mio. Euro investierte die Amper Kliniken AG in den Bau und die klinische Ausstattung des neuen MRgFUS-Zentrums. MRgFUS steht für MR-gesteuerten fokussierten Ultraschall. Bei dieser schmerzarmen Therapie wird das Myom mittels gebündelter Ultraschallwellen bei Temperaturen zwischen 60 °C und 80 °C eingeschmolzen. Die Gebärmutter bleibt erhalten.
Als erste Krankenkasse Deutschlands übernimmt die Techniker Krankenkasse die Kosten für das ambulante Verfahren einzig am Klinikum Dachau.
"Das ist eine neue chirurgische Konzeption, die die Welt verändern wird", sagt Dr. Jaron Rabinovici vom Chaim Sheba Medical Center in Tel Aviv.
Er spricht aus Erfahrung, denn bereits seit sieben Jahren verwendet er die fokussierte Ultraschalltherapie unter MRT-Kontrolle, kurz MRgFUS, die nun auch am Klinikum Dachau praktiziert wird. Mit dieser neuartigen Therapieform können in Zukunft Gebärmuttermyome, die häufigsten gutartigen Tumore bei Frauen, behandelt werden.
Dr. Matthias Matzko, Chefarzt der Radiologie im Klinikum. "Das ist eine Revolution: Eine Operation, ohne in die Integrität der Außenhülle des Körpers einzugreifen."
Der Tumor wird per Ultraschall eingeschmolzen. Dabei werden gezielt gebündelte Schallwellen punktuell auf das Gewebe gerichtet, die eine Wärme von 60 bis 80 Grad erzeugen.
Das Ganze ist aber eigentlich so revolutionär, weil dem Patienten durch den "Eingriff" praktisch keine Schmerzen zugefügt werden. Umliegendes Gewebe bleibt vollkommen unversehrt, es gibt keine Schnittwunde, keine Nachwirkungen einer Narkose und keine starken Schmerzen, wie sie bei der alternativen Therapie der Embolisation der Fall sind.
Die Zukunft sehen die Verantwortlichen absolut positiv. Es liefen bereits die klinischen Studien für Brustkrebs, Knochenmetastasen, Prostatakrebs, Leberkrebs und Gehirntumoren